Die kleine Geschichte des Ringordners

Die kleine Geschichte des Ringordners

Eine deutsche Erfindung

Es wird angenommen, dass der Ringordner 1886 von dem deutschen Unternehmer und Erfinder Friedrich Soennecken erfunden wurde. Der gebürtige Bonner ließ im selben Jahr auch eine andere Erfindung, den Locher, patentieren. Soennecken war ein bekannter Büroausstatter in seiner Stadt. Das Bild des Ringbuchs wurde später in sein Logo aufgenommen und symbolisiert seine Liebe zum Bürobedarf und zur Innovation.

Das Ringbuch wurde auch von einem anderen deutschen Unternehmer, Louis Leitz, modifiziert, dessen Bürobedarfsfirma Leitz den Hebelordner einführte. Der Leitz-Ordner zeichnet sich durch ein Loch in der Seite aus. Zu Soenneckens und Leitz‘ Zeiten hatten die Ordner zwei Löcher, die in Anlehnung an die ISO-Norm (ISO 838) einen Abstand von 80 Millimetern hatten.

Aktenordner in den USA

Das vielleicht bekannteste Ereignis in der Geschichte des Bürobedarfs, das zur Erfindung der Zwei- und Dreiringordner in den Vereinigten Staaten führte, war die Erfindung des Loseblattwerks im Jahr 1854. Schon bald erkannten die Menschen, dass es besser ist, Notizbücher als Loseblattpapier zu verwenden, und um diese Lücke zu schließen, entwickelte Henry T. Sisson aus Rhode Island den Zweiring- und Dreiringordner.

Sisson verbrachte einige gute Jahre mit der Entwicklung seines Binders. Es dauerte jedoch noch bis 1899, bis der Binder, genauer gesagt der Dreiring-Binder, für den öffentlichen Verbrauch in Serie produziert wurde. Das erste bekannte Unternehmen, das diese Art von Ordnern verkaufte, war die Chicago Binder and File Company. Etwa fünfzig Jahre später wurden D-Ring-Binder auf den Markt gebracht.

Hergestellt in Schweden

Der Vierringordner hingegen wurde 1890 von einem Mann namens Andreas Tengwall in Schweden erfunden. Der „Trio-Binder“ wurde nach Tengwalls Geschäftspartnerschaft mit zwei weiteren Unternehmern benannt. Die Löcher im Binder sind 21 mm, 70 mm und 21 mm voneinander entfernt.

Verschiedene Arten von Ringordnern

Ordner gibt es in vielen Standardgrößen, sowohl was das Fassungsvermögen als auch die Papiergröße betrifft. Die meisten Länder verwenden ein Zwei- oder Vier-Loch-System für A4-Blätter.

In Kanada und den Vereinigten Staaten ist ein Drei-Ring-System für Letter-Seiten (8+1⁄2 x 11 Zoll oder 220 mm × 280 mm) am gebräuchlichsten, das dem europäischen Standardpapier im Format A4 entspricht. Ein Standardpapierblatt im Format 8+1⁄2 x 11 Zoll (220 mm × 280 mm) hat drei Löcher mit einem Abstand von 4+1⁄4 Zoll (110 mm). „Ledger“-Ordner fassen Papier im Format 11 x 17 Zoll (28 x 43 cm) und können den Standardabstand von 3 Ringen oder mehrere zusätzliche Ringe verwenden.

Der Abstand zwischen den Stanzlöchern und der nächstgelegenen Papierkante ist weniger wichtig, da kleine Unterschiede die Kompatibilität von Papier und Binder nicht beeinträchtigen. Der typische Abstand von der Papierkante bis zur Mitte des Lochs beträgt 0,5 Zoll (13 mm), und der typische Durchmesser des Lochs liegt im nordamerikanischen Sprachgebrauch zwischen 0,25 Zoll (6,4 mm) und 0,31 Zoll (7,9 mm).

Japan verwendet ein eigenes System, das als J-Binder bezeichnet wird. Dieses System ist mit unterschiedlichen Produkten für A4- und B5-Papier kompatibel. Die A4-Version verwendet 30 eng beieinander liegende Ringe, während die B5-Version 26 Ringe verwendet. Es gibt auch weniger verbreitete Varianten wie die A5-Version mit 20 Ringen.

Viele Terminplaner und Notizbücher verwenden ein Sechs- oder Sieben-Loch-System, darunter Filofax und FranklinCovey. Bei den meisten Systemen befinden sich die Ringe auf der linken Seite des Papiers, wenn man den Ordner öffnet, aber es gibt auch Ordner, bei denen sich die Ringe (verdeckt durch den Ordnerdeckel) an der Oberkante des Papiers befinden, was an ein Klemmbrett erinnert.

Es gibt auch verschiedene Arten von Bindemitteln, wie z. B. die häufig verwendeten Vinylbindemittel oder anpassbare Polybindemittel, gedrehte Bindemittel und genähte Bindemittel.

Die meisten Bindereinbände bestehen aus drei Teilen, ähnlich wie bei einem gebundenen Buch, mit drei Pappteilen, die mit Vinylplatten oder anderen Materialien und Scharnieren zusammengehalten werden. Die Materialien variieren stark. Einige Vinylmappen haben eine durchsichtige Tasche an der Außenseite für Deckblätter, und viele haben Taschen im Innendeckel für lose Papiere, Visitenkarten, CDs usw. Es gibt auch Mappen mit Reißverschluss, bei denen die Mappe hochgeklappt wird und die Papiere nicht herausfallen können. Einige Ordner werden zum besseren Schutz in passenden Schubern aufbewahrt, entweder mit einem Schuber pro Ordner oder einem Schuber für mehrere Ordner.

Es besteht auch die Möglichkeit, das Blatt Papier in einen Blattschutz aus Polypropylen einzulegen. Der Blattschutz ist mit vorgestanzten Löchern versehen, so dass das Dokument unversehrt und knitterfrei aufbewahrt werden kann.

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